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Donnerstag, 16. Juni 2011

Bad Stupid Guy - Armer Irrer Bison Driver

Flying J Truck Stop in Fargo, North Dakota

Wir schreiben das Jahr 2011, irgendwas kurz vor Mitternacht zum 16. Mai auf dem Flying J in Fargo, North Dakota/USA und die geistig stark unterkühlten Menschen sterben scheinbar nicht aus.

Ich hatte Holger Menzel, Truck Driver (non professional) bei Bison Transport, schon einiges zugetraut aber jetzt hat er dem Fass den Boden ausgeschlagen.
Seit längerer Zeit ist es mir immer wieder passiert, dass irgend so ein Trottel mit seiner Hand während meiner Pause an von außen an die Wand meiner Kabine schlägt, mich aus dem Schlaf reißt, und dann schnell in der Nacht verschwindet. Heute war ich schnell genug um ihn dabei zu erwischen als er zum vierten Mal in dieser Nacht mit seiner Faust an meine Kabine schlug. Holger Menzel !
Ich folgte ihm in den Truckstop und stellte ihn zur Rede woraufhin er mir weismachen wollte, dass mir wohl die Heinzelmännchen einen Streich spielen wollten und er nur zufällig an meinem Truck war.
Kurzerhand klopfte ich bei ihm persönlich an und schlug ihn am Fueldesk zu Boden woraufhin die Kassiererin sofort die Cops zu Hilfe rief. Die waren auch sofort zur Stelle und nahmen meine ID auf, ließen mich dann aber sofort gehen, nach dem ich ihnen erklärte was dieser arme Irre tat. Menzel wollte auf Anfrage der
Fargo Police auch nichts gegen mich unternehmen, der weiß schon warum.

Noch im Training bei Bison Transport lernte ich, dass niemand das Recht hat, jemanden während der vorgeschriebenen 8 Stunde Schlaf (sleeperberth) aus dem Schlaf zu reißen, denn diese Ruhezeit ist in den USA gesetzlich festgelegt und muss eingehalten werden.
Es reicht diesem Menschen offenbar nicht, dass er erst all seine Freunde verliert, jetzt muss er auch noch kriminell werden und gegen geltende Gesetze verstoßen. Wie krank muss jemand eigentlich sein um Menschen wie mir derartig auf den Sender zu gehen?

Ich wünsche diesem Menzelmännchen von ganzem Herzen alles Gute für sein hoffentlich nur noch kurzes Leben und vor allem, dass ich ihn nie wieder sehen muss.

Leute, wie der Stasi-Schwabe Holger Menzel, werden wie Erich Honecker von uns gehen – EINSAM !

Donnerstag, 21. Mai 2009

Nahverkehrswoche

Diese Woche geht mal wieder ganz relaxed zu. Bei ganz ruhigen Touren durch Manitoba around the big Dorfkirche habe ich da mal schön unsere Gegend hier kennen lernen dürfen. Dabei stellte sich auch herraus, das diese Region in der Prärie garnicht so Öde ist, wie immer behauptet wird. Mit unter lernte ich aber auch ein paar Kunden im Umkreis kennen, bei denen wir des öfteren laden oder den Trailer tauschen. Im übrigen muss der Fahrer hier auch im Nahverkehr weder be- noch entladen, das machen die Firmen selbst, oder es wird extra Personal dafür geordert.
Dieses Personal steht dann auf dem Trailer und schiebt die Palletten mit dem Hubwagen in die passende Position, so das der Forkliftdriver nur noch damit abdüsen muss.
Der Truckdriver öffnet lediglich die Trailertüren, er ist ja schliesslich Fahrer und kein Ladepersonal.
Da könnte sich so manche deutsche Firma mal ein Beispiel daran nehmen und sich nicht nur die Kohle in die Tasche stecken !

Mein heutiger "Rund um den Kirchturm Truck" war mal was ganz neues für mich, ein Freightliner Cascadia mit 450 horsepower eines Mercedes-Benz Reihensechszylinder Motors, geschaltet durch ein 13 speed Eaton-Fuller Smart-Cruise Automatik Getriebe. Das Fahrgefühl dieses Lasters ist schon erheblich besser als das, was ich bislang von der Century-Class kenne. Man könnte das jetzt so ungefähr mit den SK-Modellen und den MP3 Modellen von Mercedes vergleichen, neu ist eben meistens besser, obwohl der Vergleich ja ganz schön hinkt.

Der Cascadia hat zwar auch diverse Teile des Actros inne, wie z.B. das Lenkrad mit eingebauten Funktionstasten oder die Schalter im Cockpit, dennoch hat der etwas, was dem Euro-Truck doch fehlt: Platz !
Wie alle Bison-Trucks ist auch der Cascadia mit Kühlschrank, grossen Schränken und Betten ausgestattet. Die Spiegel sind ein wenig zu klein geraten, man kann jedoch mit so kleinen Unannehmlichkeiten gut leben.
Ach, erwähnte ich schon das ich Mercedes nicht mag ?
Nun ja, ein ordentlicher Caterpillar Motor würde dem Freightliner sicher gut stehen, auch geht das Gerücht rum, das Bison auch wieder so etwas wie den Detroit-Diesel für die Freight´s bekommen soll. Bei anderen Companys ist der Detroit seit langem Standart. Da hätte doch dieser Unfug mit den Schwaben mal ein Ende, wenn auch nicht alles schlecht ist was die erfinden. War ja bei der Eisenbahn auch ähnlich, oder ?

Mein Trainingsprogramm bei Bison macht so langsam Fortschritte so das ich schon gespannt bin, wo mich mein nächster Longhaultrip hinführt.
Diese Woche scheint es jedenfalls nichts mehr mit Fernverkehr zu werden. Also erstmal weiter im den Kirchturm cruisen und die vielen Kaffeepausen geniessen. Stören kann es mich kaum, hab ja noch Gehalt, auf Meilenbasis werde ich erst bezahlt wenn es so richtig rollt.