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Montag, 29. Dezember 2025

Bison Transport - Hire and Fire


 

Das sind unglaubliche Fakten über
BISON TRANSPORT

Sieh mal an, der Michael-Bernd Schmuck hatte am 24. Februar 2011 öffentlich seinen Unmut über Bison zum Ausdruck gebracht, nachdem er feststellte, dass die Firma mit der goldenen Flotte wohl doch nicht so das Wahre ist.

Wenn ihr bislang gedacht habt, dass der Terminator der Arnold Schwarzenegger ist, dann vergesst alles, was ihr bislang über diesen Österreicher zu wissen geglaubt habt. Der wahre Terminator ist nämlich Bison-Transport !

Niemand terminiert so viele Truck Driver wie Garth Pitzel von Bison.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der seit 1999 als CEO bei Bison tätige Don Streuber auch ein Österreicher ist. Terminiert !

Michael-Bernd's öffentliches Statement über Bison

Das Bison in der Tat mit seinen dubiosen Arbeitsverträgen gegen geltendes Recht in Manitoba verstößt, ist den Verantwortlichen im Office bei Bison offenbar vollkommen egal. Als sie mich damals entlassen haben, stand in der Kündigung auch, dass der Fahrer im Fall einer Aufhebung des Vertrages $2.000 für die Ausbildung zurückzahlen muss. Das Office des Manitoba Labor Board sah das völlig anders und so setzten sie sich für mich ein, woraufhin ich die Forderung nicht begleichen musste und meinen restlichen noch offenen Lohn von Bison bezahlt bekam.

Im Fall von widerrechtlichen Forderungen durch Bison lohnt sich ein persönlicher Besuch beim Manitoba Labor Board in Winnipeg auf jeden Fall.

Es wird langsam Zeit, dass Bison mal so richtig was auf die Mütze kriegt.

Hasta la vista, Baby !


Nun habe ich ein paar Jahre lang überlegt, ob ich dieses Kündigungsschreiben nicht doch noch in das Blog posten soll. Da es allerdings mit dem Erscheinen des neuen Hörbuchs zum Jahreswechsel 2025/26 auch im E-Buch öffentlich zu sehen ist, brauche ich diese Kündigung mit der darin enthalten Forderung von Bison auch meinen Bloglesern nicht länger vorenthalten und habe sie deshalb hier nun ebenfalls abgebildet. 

Unterzeichnet hat der größte Verbrecher dieser Firma: Garth Pitzel !


Donnerstag, 20. Januar 2011

Winter Wonder Land

Genauso extrem wie das Wetter hier in Canada sein kann, so schoen ist es auch. Natuerlich hat dazu jeder eine verschiedene Meinung. Der Eine findet es grausam bei Temperaturen um -30 Grad ueberhaupt vor die Tuer zu gehen, dem anderen macht es Spass im Extrem-Winter unterwegs sein zu duerfen. Zu den letztgenannten Personen zaehle ich mich selbst und so kommt es auch, das kanadische Truckdriver die Trips nach Nord Manitoba wegen den extremen Wetterverhaeltnissen wie Glatteis ablehnen, welche ich dann gerne mit der Begruendung uebernehme, das sei doch Spass pur.
So weit so gut, Trailer Trucking im Manitoba-Winter bedeutet dann doch warm anziehen weil man ja oefter aussteigen muss. Dann gibt es aber immernoch die Rush Hour in Winnipeg wo es sowieso etwas laenger dauert das nutze ich auch gerne als Aufwaermphase bis zum naechsten Switch (Trailertausch).
Meine Lieblingsflaggen am Inkster Boulevard in der Stadt wehen im kalten Wind bei blauem Himmel ....

.... waehrend es weiter noerdlich in Manitoba, den Himmel grau gefaerbt, immer wieder schneit.


Die Kundschaft in dieser Region besteht hauptsaechlich aus Peat Moss Plants. Dieser Torf oder ich denke man kann auch Blumenerde dazu sagen, die Kenner der Branche sagen auch Dirt (Dreck), wird hauptsaechlich in die USA transportiert.
Die Sicherheit darf natuerlich trotz Spass am Winter nicht auf der Strecke bleiben und so ist bei Eis und Schnee eben doch slowdown angesagt, vorallem wenn der Trailer leer und kein Gewicht auf den Achsen ist. Schliesslich will ich ja am Ziel ankommen und nicht etwa in der Ditch enden. Richtig gefaehrlich wird es aber eigentlich erst dann, wenn in den groesseren Gaengen beim Gas geben noch immer die Raeder durchdrehen.
Pures Eis unter dem Schnee und Kilometerweit geradeaus.
Hier oben in der Provinz ist es echt einsam. So hab ich den Highway meisstens fuer mich allein und ich konnte auch mal ganz ausfuehrlich das Bremsverhalten meines Ami Trucks bei glatter Fahrbahn testen. Am erstaunlichsten war eigentlich, das sich gerade die Bremse, welche in allen Fahrschulen und Safety Managements als am gefaehrlichsten gilt, am effektifsten erwies und das ist meine Jake Brake !
Waehrend das nord amerikansche ABS System meines Internationals gaenzlich ungeeignet fuer diese Wetterverhaeltnisse ist und den Truck unbeladen bei durchtreten des Bremspedals uber das Eis gleiten laesst wie ein Boot ueber das Wasser, haelt die Jake Brake (Motorbremse) den Truck mit viel mehr Traktion gerade in der Spur. Natuerlich muss man immer darauf achten das hier die Traktion nicht verloren geht. Deshalb schalte ich die JB immer manuell und nicht mit dem Gaspedal. Was auch immer die Gelehrten hier von sich geben, es ist wie ueberall auf der Welt: Sesselpuper bleiben eben Sesselpuper.
Zwischenzeitlich erhielt ich dann eine Order ueber den Highway 16 nach Neepawa zu trucken. Dort wartete ein mit Frischfleisch beladener Reefer Trailer auf die Abholung und Weiterfahrt nach Saskatchewan.
Viele Meilen sind mit solch einem Trip sicherlich nicht zu machen. Dazu kommt, das ich bereits am Sonntag in Neepawa den Trailer abholte um ihn Termingerecht am Montag frueh um 6 Uhr zustellen zu koennen. Die Nacht ist schliesslich zum schlafen da.
In Yorkton halte ich meisstens am Superstore um meine woechentlichen Einkaeufe zu erledigen. Dank des grossen Parkplatzes kann man hier immer gut stehenbleiben und bekommt alles zu kaufen was man gebrauchen kann. Bislang habe ich in den kanadischen Supermaerkten generell nichts vermisst und doch muss ich zugeben das allein wegen dem Preisunterschied der Einkauf in den USA mehr Fun bedeutet.
Auch die Kollegen mit ihren Super-B`s nutzen den grossen Parkplatz.
Direkt nebenan gibts dann ja auch noch diverse Lokalitaeten um auch das abendliche Dinner zu geniessen. Ich hatte mich dieses Mal fuer Boston Pizza entschieden und sowas auflaufmaessiges mit Tortellini bestellt wonach ich mich richtig vollgefuttert zur Ruhe begab.
Gaehnende Leere dagegen am naechsten Tag auf dem Highway 16. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein. Es ist Montag Leute aufwachen - nichts zu machen, kaum jemand da. Aber eigentlich war das ja auch ein Grund Deutschland den Ruecken zu kehren. Ich fuehlte mich dort der vielen Menschen wegen einfach nicht mehr wohl.

Damit sich die Autofahrer auf dem Trans Canada Highway wohlfuehlen raeumt ein Snowplow noch die Ueberreste des letzten Schneefalls auf. Die ziehen ja manchmal weisse Wolken hinter sich her, das kann gefaehrlich werden. In Montana ist es mir schonmal passiert das ich ploetzlich eine weisse Wand aus Schnee vor mir hatte in der wirklich nichts anderes mehr zu sehen war. Da konnte ich tatsaechlich erst ueberholen als der Fahrer des Snowplows kurz stoppte um mich und ein paar Andere vorbeizulassen.
Kurz vor der Rueckkehr nach Winnipeg noch schnell einen Blick auf die Scale in Headingley.
Closed.
Dieser Wiegestation wird nachgesagt sie sei eine der beruechtigsten im ganzen Land. Einige von der DOT (sprich: Die Oh Tie) nehmen ihren Job scheinbar sehr Ernst, gegenueber den albernenen BAG Kontrollen in Deutschland ist das aber immernoch harmlos.
Der Flying J in Headingley. Den koennte man auch Vorstadt-Truckstop nennen, da er sich direkt vor Winnipeg befindet.
Eigentlich war ich hier immer sehr gerne Gast, auch privat hab ich mich gerne ueber das gute Buffet hergemacht. Alles Schnee von gestern. Seit Pilot die Truckstopkette des Flying J uebernommen hat geht es hier stetig Berg ab. Ich vermisse das gute Buffet oder ein ordentliches Steak, gab es ja damals alles. Heute muss man $15.- fuer einen Hamburger mit Fries ausgeben.
Wenn hier mal was los ist, dann hat es bestimmt geschneit. Dann naemlich rueckt die Raeumkollone an und sei es nur um mit dem Break Dance Versuch eines kettenangetriebenen Minischneeschiebers fuer Aufmerksamkeit zu sorgen.
Schneebeseitigung an den Fuelpumps, das kann er. Alles andere seines Treibens wirkt eher Volksbelustigend.
Bei den derzeitigem Permafrost streiken die Fuelpumps und verzoegern jeglichen Tankvorgang das sich hauptsaechlich in den Abendzeiten der Verkehr teilweise von den Fuel Pumps bis an den Highway staut.
Die besten Bilder kommen wie immer zum Schluss oder auch facts about the worst: Bison hat es nicht mehr bis auf den Truckstop geschafft, sein Day Cab gab noch vor der Einfahrt den Geist auf. Nun kann ja jeder mal unterwegs einen break down haben aber gerade Bison geht da mit guten Beispiel voran und macht das dank dessen ausgezeichneten Shop kurz vor zu Hause waehrend die Kollegen von Winnipeg Motor Express dank zuverlaessiger CAT Power laessig vorbei fahren.

Montag, 20. Dezember 2010

Time to say Goodbye

Ja liebe Leser, wie es aussieht ist mit dem kommenden Weihnachtsfest auch das Jahr 2010 fast vorbei.
Fuer mich bleiben Erinnerungen an eine perfekte Auswanderung im Maerz 2009, welche schon bald durch die Firma mit den goldenen Vorzeige-Trucks mit ihrer "I give a shit"-Arbeitsweise (wie ueberall in Canada) und dem Beluegen von unwissenden Immigranten auch fuer mich fast in einem Desaster endete. Meine untreue Ehefrau setzte dem ganzen noch die Krone auf als sie ein Jahr spaeter mit Gewalt eine Trennung durchsetzte und krimminell wurde.
Auch die Provinz Manitoba hat es mir mit ihren Gesetzen nicht leicht gemacht, auch wenn ich einiges dabei von Native America lernen konnte. Am schlimmsten finde ich es das den meissten unschuldigen Buergern, die in irgendeiner Weise mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, vom Staat eingeblaeut wird, sich vor Gericht schuldig zu bekennen damit sie schnell wieder aus allem raus sind, aber wohlwissend das dies fuer immer und ewig in ihrer Akte stehen wird. Der Staatsapparat macht es sich eben leicht und die Police bekommt dementsprechend Rechte und haut drauf, natuerlich nur inoffiziell, das versteht sich wohl von selbst.

Aktuell bin ich gerade vom Trip aus Pennsilvania zurueck in Winnipeg. Aus dem von mir erfragten Trip nach Florida wurde leider wieder nichts, Rates zu billig, dafuer geht es nochmal nach California, Liefertermin noch vor Weihnachten, na das klingt doch gut.

Also euch allen frohe Weihnachten und alles Gute fuer das neue Jahr in dem ja bekanntlich alles besser wird.

Eins ist ganz sicher, die Sonne wird auch naechstes Jahr Morgens auf- und Abends wieder untergehen ohne mich an meiner Arbeit zu hindern. Ganz im Gegenteil, sie weist mir den Weg.

God bless.





Freitag, 8. Oktober 2010

Dienstag, 7. September 2010

Whiteshell Provincial Park Manitoba

Auf einem meiner Trips nach Illinois/USA startete ich in Beausejour, Manitoba bei kuehlem kanadischen Regenwetter. Beausejour liegt etwas Nord/Ost von Winnipeg und so entschied ich mich fuer das Bordercrossing in International Falls, Minnesota.
Also hab ich den shortcut ueber den Highway 44 bis an die Ontario Province Border ausgewaehlt. Der fuehrt naemlich direkt durch den Whiteshell Provincial Park welcher mich bei Regenwetter irgendwie an das deutsche Sauerland erinnert.
Bis auf ein paar Bieber die an ihren Staudaemmen bauen waren hier nicht viele Einheimische anzutreffen obwohl auf den Road signs ausdruecklich vor Moose und Bear gewarnt wird, aber bei diesem Wetter geht ja niemand auf die Strasse, nicht mal die.





Ein Slogan mit dem der U.S. Bundesstaat Michigan wirbt waere hier mehr als zutreffend:
PURE NATURE !

Montag, 7. Dezember 2009

Let it snow, let it snow, let it snow ...

Überraschend kam der Wintereinbruch hier nicht. Es hatte ja bereits im Oktober geschneit und eigentlich waren hier auch alle auf den Winter vorbereitet, mal abgesehen von einigen Autofahrern, die es ja überall fertig bringen bei dem
kleinsten Anzeichen von glatten Straßen ihr Fahrzeug zu schrotten.

Nach einer ganzen Woche Off-Duty zu Hause in Winnipeg ging es auch für mich wieder On The Road.
Im 80 Kilometer entfernten Portage la Prairie übernahm ich eine Ladung für Michigan, welche ich nach 2 Tagen Fahrt anliefern konnte. Bereits zwischen Morris, Manitoba und Fargo, North Dakota schneite es so heftig, dass der Highway in Canada, sowie die Interstate 29 in den USA schneebedeckt waren. In Minnesota machte den Autofahrern dagegen Black Ice (Eisglätte) zu schaffen.

Beim Kunden in Michigan angekommen gab’s gleich nach der Entladung eine Anschlussfracht, welche ich nach Quebec brachte. Die französische Sprache, welche dort gesprochen wird, erinnerte mich sofort an meine Trips nach Frankreich, so dass ich tatsächlich noch ein paar Brocken Französisch heraus bekam. Auch hier in Fermont in Quebec gab es eine Rückladung, welche ich nach Grand Rapids in Michigan transportieren sollte. Die Wetterverhältnisse waren allerdings alles andere als gut. Ich hatte jedoch Glück und kam ohne größere Verzögerungen hinter Sarnia über die Blue Water Bridge wieder in Michigan in den USA an.

Winterliche Überraschung auf dem Truckstop
Das änderte sich aber dann schlagartig, als ich am nächsten Morgen auf einem Truckstop in der Nähe des Customers meine Nachtruhe beendete. In der Nacht hatte es weiter geschneit und mein Truck war trotz des warmen laufenden Motors auf der Haube aus Glasfaserverbundstoff mit einer dicken Decke aus Schnee bedeckt. Ein Blick nach draußen über den Parkplatz machte es nicht besser, der Truckstop war ziemlich voll und ich beschloss mich zunächst noch mal unter meine warme Bettdecke zu verkriechen, bis es etwas ruhiger wurde, was es dann so gegen 9 Uhr auch tat.

Nach einem wohltuenden Frühstück im Truckstop begab ich mich zur Entladenstelle. Auf meinem Qualcomm-Satellite ging dort dann die Nachricht für eine neue Ladung ein. Die sollte diesmal aber nicht in Michigan, sondern in Wisconsin geladen werden. Für mich hieß das nun ca. 450 Kilometer Leerfahrt bis zur Ladestelle hinter mich zu bringen.
Bei teilweise glatter Fahrbahn ist es ohne Gewicht auf den Drives natürlich nicht so angenehm. Trotzdem ging es, wie man auf dem Bild im Blog erkennen kann, bei 55 Meilen pro Stunde mit dem Cruise Control (Tempomat) ganz gut. Ich hatte ja auch Zeit, der Ladetermin war ja erst am Montag um 18:00 Uhr geplant.
In Indiana war dann der Schnee verschwunden und die Sonne kam raus. Auch in Illinois lief alles prima. Während ich nun diese Zeilen schreibe, mache ich einen Reset (große Pause) in South Beloit, IL auf dem Flying J Truckstop und habe fast das Gefühl, das hier der einzige Ort in Nord-Amerika ist, an dem noch kein Schnee liegt.

Canada ist ja mittlerweile unter einer weißen Schneedecke verschwunden, da bin ich gespannt wie es weiter geht. Meine Ladung geht nämlich rauf nach Alberta und andere Kollegen berichteten bereits vom Schneechaos. Ich wette, die übertreiben mal wieder, denn bis der Amperebear über die Strecke fegt, ist dort sich wieder alles trocken.


Hier noch ein wichtiger Tip für die Reise durch Winter-Wonder-Land-Canada:
Solltet ihr trotz gutem Gewicht auf den Antriebsachsen eurer Trucks mal den winterlichen Wetterverhältnissen zum Opfer fallen und im Nirgendwo im Stau stecken oder selbst feststecken, ich sorge immer dafür, dass die Dieseltanks und mein Kühlschrank gut gefüllt sind. Das gleiche empfehle ich auch jedem anderen. Man sollte eben auch auf das Unvorstellbare vorbereitet sein. In der Winterzeit
sollte man auch zusätzliche Decken und eventuell Kerzen oder Gaskocher im Truck lagern. Wenn ihr in der kanadischen Prärie weit ab von jeglicher Zivilisation einen Breakdown erleidet, dann seit ihr wohl möglich für längere Zeit auf euch allein gestellt. Bei einem plötzlich einsetzenden Schneesturm könnte das eurer vorzeitiges
Ende bedeuten, falls ihr nicht ein wenig Vorsorge getroffen habt.

Wenn niemand anderes durch den Sturm kommt, dann sicher auch keine Rettungskräfte. Das letzte, was in Kanada passieren könnte, ist so eine Situation, wie sie im Winter 1978 bis ’79 in Norddeutschland stattfand. Damals hatten Bergepanzer der Bundeswehrmacht die Autobahnen freigeschoben und eingeschneite Verkehrsteilnehmer wurden mit Essen und heißen Getränken versorgt.

In Nord-Amerika, speziell aber in Kanada, kann es noch viel kälter werden und die Flächen sind wesentlich größer. Bis da dann mal einer vorbeikommt, könnte man bereits erfroren sein, falls man sich nicht entsprechend vorbereitet hat.

Ansonsten hoffe ich auf ’nen guten Rutsch und wenn das Wetter
mitspielt, driving home for Christmas .....

Donnerstag, 21. Mai 2009

Nahverkehrswoche

Diese Woche geht mal wieder ganz relaxed zu. Bei ganz ruhigen Touren durch Manitoba around the big Dorfkirche habe ich da mal schön unsere Gegend hier kennen lernen dürfen. Dabei stellte sich auch herraus, das diese Region in der Prärie garnicht so Öde ist, wie immer behauptet wird. Mit unter lernte ich aber auch ein paar Kunden im Umkreis kennen, bei denen wir des öfteren laden oder den Trailer tauschen. Im übrigen muss der Fahrer hier auch im Nahverkehr weder be- noch entladen, das machen die Firmen selbst, oder es wird extra Personal dafür geordert.
Dieses Personal steht dann auf dem Trailer und schiebt die Palletten mit dem Hubwagen in die passende Position, so das der Forkliftdriver nur noch damit abdüsen muss.
Der Truckdriver öffnet lediglich die Trailertüren, er ist ja schliesslich Fahrer und kein Ladepersonal.
Da könnte sich so manche deutsche Firma mal ein Beispiel daran nehmen und sich nicht nur die Kohle in die Tasche stecken !

Mein heutiger "Rund um den Kirchturm Truck" war mal was ganz neues für mich, ein Freightliner Cascadia mit 450 horsepower eines Mercedes-Benz Reihensechszylinder Motors, geschaltet durch ein 13 speed Eaton-Fuller Smart-Cruise Automatik Getriebe. Das Fahrgefühl dieses Lasters ist schon erheblich besser als das, was ich bislang von der Century-Class kenne. Man könnte das jetzt so ungefähr mit den SK-Modellen und den MP3 Modellen von Mercedes vergleichen, neu ist eben meistens besser, obwohl der Vergleich ja ganz schön hinkt.

Der Cascadia hat zwar auch diverse Teile des Actros inne, wie z.B. das Lenkrad mit eingebauten Funktionstasten oder die Schalter im Cockpit, dennoch hat der etwas, was dem Euro-Truck doch fehlt: Platz !
Wie alle Bison-Trucks ist auch der Cascadia mit Kühlschrank, grossen Schränken und Betten ausgestattet. Die Spiegel sind ein wenig zu klein geraten, man kann jedoch mit so kleinen Unannehmlichkeiten gut leben.
Ach, erwähnte ich schon das ich Mercedes nicht mag ?
Nun ja, ein ordentlicher Caterpillar Motor würde dem Freightliner sicher gut stehen, auch geht das Gerücht rum, das Bison auch wieder so etwas wie den Detroit-Diesel für die Freight´s bekommen soll. Bei anderen Companys ist der Detroit seit langem Standart. Da hätte doch dieser Unfug mit den Schwaben mal ein Ende, wenn auch nicht alles schlecht ist was die erfinden. War ja bei der Eisenbahn auch ähnlich, oder ?

Mein Trainingsprogramm bei Bison macht so langsam Fortschritte so das ich schon gespannt bin, wo mich mein nächster Longhaultrip hinführt.
Diese Woche scheint es jedenfalls nichts mehr mit Fernverkehr zu werden. Also erstmal weiter im den Kirchturm cruisen und die vielen Kaffeepausen geniessen. Stören kann es mich kaum, hab ja noch Gehalt, auf Meilenbasis werde ich erst bezahlt wenn es so richtig rollt.

Montag, 27. April 2009

WINNIPEG, MANITOBA



Winnipeg oder „The Peg“ oder im Winter wegen ihrer niedrigen
Temperaturen auch Winterpeg genannt, ist die Hauptstadt der Provinz
Manitoba in Canada und mit ihren etwa 830 Tausend Einwohnern, soweit
man sich auf die sich ergebenden Zahlen aus der staatlichen Volkszählung
verlassen kann, an der ich seinerzeit auch nicht teilnahm, die siebtgrößte
Stadt in Canada überhaupt.


Der Name der Stadt leitet sich offenbar vom Lake Winnipeg ab. In der
Sprache der Ureinwohner, der Cree Nations, hat „Win“ die Bedeutung von
schlammig und Wasser heißt „nipee“.

Im Sommer kann es in dieser Region sehr heiß werden, während es, wie
bereits erwähnt, im Winter ganz schön frostig werden kann. Das liegt unter
anderem daran, dass sich die Stadt in der Kontinentalklimazone befindet.
Temperaturen von -20 bis -40 Grad Celsius sind in Winterpeg keine
Seltenheit. Hinzu kommt aber noch der eisige Wind. Hier spricht man von Windchill-Temperatures, der gefühlten Temperatur, die auch schon mal, je
nach Windstärke, bei bis zu 20 Grad weniger liegen kann. In den
öffentlichen Medien, wie TV und Radio, werden die Windchill-Werte
zusammen mit den eigentlichen Temperaturen angegeben.

Mein Lieblings-Radiosender ist übrigens der städtische Countrysender
QX104, welcher auch weltweit im Internet empfangen werden kann.
Als Truck Driver empfinde ich es angenehm, wenn im Hintergrund die
neuesten Songs der American-New-Country-Music im Radio dudeln.

Winnipeg ist allerdings nicht nur eine der kältesten Städte der Welt,
sondern hat leider auch eine der größten Kriminalstatistiken zu bieten. So
wird statistisch betrachtet zum Beispiel in Downtown Winnipeg jede Nacht
mindestens ein Mensch erschossen. Die Cops der Winnipeg Police tragen
ebenfalls mit dazu bei, dass diese Statistik stets höhe Werte erreicht. Hier
heißt die Devise töten oder getötet werden. Da wundert es wenig, dass der
Finger bei einigen Cops ganz leicht am Abzug ihrer Waffe sitzt. Wird man
beispielsweise mit dem Auto auf der Straße von der Police gestoppt, so
sollte man den Instruktionen des Officers tunlichst Folge leisten. Bei
Widerworten kann der nämlich bereits seine Waffe ziehen und das eine
könnt ihr mir glauben, mit Kriminellen haben diese Polizisten sehr viel
Erfahrung gesammelt, weshalb auch bei ihnen Vorsicht die Mutter der
Porzellankiste ist.


Das Speedlimit innerhalb der Stadt bewegt sich je nach Stadtteil etwa
zwischen 40 und 60 Kilometer pro Stunde und wird durch Schilder
angezeigt. Außerhalb der Stadt beträgt die Höchsgeschwindigkeit etwa 80
bis 100 km/h. Das gilt übrigens für alle Fahrzeuge, einschließlich der großen
Trucks und wird in ganz Nord-Amerika so gehandhabt. Abweichungen
davon ergeben sich stellenweise aus den zusätzlich aufgestellten Schildern
für die maximale Geschwindigkeit für Trucks, für die dann ein anderes Limit
gelten kann.

Die Qualität des Straßenbelags lässt in Winnipeg schwer zu Wünschen
übrig. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass Winnipeg eine der
kältesten Großstädte der Welt ist, sodass sich bei den frostigen
Temperaturen des Winters das gefrorene Wasser in den Rissen des
Fahrbahnbelags ausdehnt und diesen zum Platzen bringt. Da der reguläre
Winter hier ein halbes Jahr andauert, ist es auch mit der Flickschusterei der
Stadt Winnipeg nicht all zu weit her und so sorgt der Verkehr dafür, dass
sich die Löcher immer weiter vergrößern.

Zusätzlich verstopft der im Winter vom Streudienst eingesetzte Sand und
Split die Abwasserrinnen am Straßenrand, sodass bei Schneeschmelze im
Frühjahr regelmäßig komplette Straßenzüge unter Wasser stehen.
Nachdem das Wasser weg ist beginnt die Stadt jedes Mal umgehend mit
der kleckerweisen Sanierung der sogenannten Pottholes (Schlaglöcher), die
aber spätestens beim nächsten Frost wieder aufreißen und das Problem nur
noch weiter verschlimmern.

Der südlich von Saint James gelegene Polo Park läd als größte Shopping
Mall der Stadt zum Einkaufsbummel ein. In der Sommerzeit ist auch ein
Spaziergang im Central Park empfehlenswert. In der Downtown trifft man
im Sommer häufig auf Streetfood-Stände. Der Hotdog auf die Hand mit
Sauerkraut ist, wie in New York, eine schnelle Mahlzeit, die man sich in
dieser Stadt nicht entgehen lassen sollte.

Winnipeg, eine Stadt, die man selbst erleben muss.