Montag, 27. April 2009

WINNIPEG, MANITOBA



Winnipeg oder „The Peg“ oder im Winter wegen ihrer niedrigen
Temperaturen auch Winterpeg genannt, ist die Hauptstadt der Provinz
Manitoba in Canada und mit ihren etwa 830 Tausend Einwohnern, soweit
man sich auf die sich ergebenden Zahlen aus der staatlichen Volkszählung
verlassen kann, an der ich seinerzeit auch nicht teilnahm, die siebtgrößte
Stadt in Canada überhaupt.


Der Name der Stadt leitet sich offenbar vom Lake Winnipeg ab. In der
Sprache der Ureinwohner, der Cree Nations, hat „Win“ die Bedeutung von
schlammig und Wasser heißt „nipee“.

Im Sommer kann es in dieser Region sehr heiß werden, während es, wie
bereits erwähnt, im Winter ganz schön frostig werden kann. Das liegt unter
anderem daran, dass sich die Stadt in der Kontinentalklimazone befindet.
Temperaturen von -20 bis -40 Grad Celsius sind in Winterpeg keine
Seltenheit. Hinzu kommt aber noch der eisige Wind. Hier spricht man von Windchill-Temperatures, der gefühlten Temperatur, die auch schon mal, je
nach Windstärke, bei bis zu 20 Grad weniger liegen kann. In den
öffentlichen Medien, wie TV und Radio, werden die Windchill-Werte
zusammen mit den eigentlichen Temperaturen angegeben.

Mein Lieblings-Radiosender ist übrigens der städtische Countrysender
QX104, welcher auch weltweit im Internet empfangen werden kann.
Als Truck Driver empfinde ich es angenehm, wenn im Hintergrund die
neuesten Songs der American-New-Country-Music im Radio dudeln.

Winnipeg ist allerdings nicht nur eine der kältesten Städte der Welt,
sondern hat leider auch eine der größten Kriminalstatistiken zu bieten. So
wird statistisch betrachtet zum Beispiel in Downtown Winnipeg jede Nacht
mindestens ein Mensch erschossen. Die Cops der Winnipeg Police tragen
ebenfalls mit dazu bei, dass diese Statistik stets höhe Werte erreicht. Hier
heißt die Devise töten oder getötet werden. Da wundert es wenig, dass der
Finger bei einigen Cops ganz leicht am Abzug ihrer Waffe sitzt. Wird man
beispielsweise mit dem Auto auf der Straße von der Police gestoppt, so
sollte man den Instruktionen des Officers tunlichst Folge leisten. Bei
Widerworten kann der nämlich bereits seine Waffe ziehen und das eine
könnt ihr mir glauben, mit Kriminellen haben diese Polizisten sehr viel
Erfahrung gesammelt, weshalb auch bei ihnen Vorsicht die Mutter der
Porzellankiste ist.


Das Speedlimit innerhalb der Stadt bewegt sich je nach Stadtteil etwa
zwischen 40 und 60 Kilometer pro Stunde und wird durch Schilder
angezeigt. Außerhalb der Stadt beträgt die Höchsgeschwindigkeit etwa 80
bis 100 km/h. Das gilt übrigens für alle Fahrzeuge, einschließlich der großen
Trucks und wird in ganz Nord-Amerika so gehandhabt. Abweichungen
davon ergeben sich stellenweise aus den zusätzlich aufgestellten Schildern
für die maximale Geschwindigkeit für Trucks, für die dann ein anderes Limit
gelten kann.

Die Qualität des Straßenbelags lässt in Winnipeg schwer zu Wünschen
übrig. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass Winnipeg eine der
kältesten Großstädte der Welt ist, sodass sich bei den frostigen
Temperaturen des Winters das gefrorene Wasser in den Rissen des
Fahrbahnbelags ausdehnt und diesen zum Platzen bringt. Da der reguläre
Winter hier ein halbes Jahr andauert, ist es auch mit der Flickschusterei der
Stadt Winnipeg nicht all zu weit her und so sorgt der Verkehr dafür, dass
sich die Löcher immer weiter vergrößern.

Zusätzlich verstopft der im Winter vom Streudienst eingesetzte Sand und
Split die Abwasserrinnen am Straßenrand, sodass bei Schneeschmelze im
Frühjahr regelmäßig komplette Straßenzüge unter Wasser stehen.
Nachdem das Wasser weg ist beginnt die Stadt jedes Mal umgehend mit
der kleckerweisen Sanierung der sogenannten Pottholes (Schlaglöcher), die
aber spätestens beim nächsten Frost wieder aufreißen und das Problem nur
noch weiter verschlimmern.

Der südlich von Saint James gelegene Polo Park läd als größte Shopping
Mall der Stadt zum Einkaufsbummel ein. In der Sommerzeit ist auch ein
Spaziergang im Central Park empfehlenswert. In der Downtown trifft man
im Sommer häufig auf Streetfood-Stände. Der Hotdog auf die Hand mit
Sauerkraut ist, wie in New York, eine schnelle Mahlzeit, die man sich in
dieser Stadt nicht entgehen lassen sollte.

Winnipeg, eine Stadt, die man selbst erleben muss.