Sonntag, 12. April 2009

Neues Blog

Nach langen Überlegungen habe ich mich entschlossen, die Öffentlichkeit an unserem neuen Leben in Canada teilhaben zu lassen. In dieses Blog werde ich nach und nach niederschreiben, was ich vor, während und nach unserer Auswanderung nach Canada alles erlebte, und noch erleben werde. Dazu gehören sowohl positive, als auch negative Erlebnisse.


Die Bedeutung des Namen Amperebear
Nun, mein Nickname ergab sich aus einem meiner Hobby´s, welches ich mir schon seit längerer Zeit sehr zu Herzen nehme. Hierbei handelt es sich um die Cars und Trucks, welche ihren Ursprung in den USA haben. Mein damaliger Ford Bronco aus dem Jahr 1985 war mit derart vieler Beleuchtung ausgestattet, so das andere Personen, welche das gleiche Hobby mit mir teilten, mir den Namen Amperebear verpassten. Strombärchen wäre wohl ebenso treffend, aber viel weniger amerikanisch für die Bezeichnung eines stromfressenden Ungetüms, welcher der Bronco mit seinem 5L. V8 Benzinmotor für so einige wohl war.
Nichteinmal meine Family konnte diesem Hobby Einhalt gebieten.

So wurde das Hobby mit meiner Frau Ricarda geteilt und noch ein kleiner Chrysler PT-Cruiser gekauft, der in Deutschland seinen Dienst als Zweitwagen hervorragend erfüllte. Arbeitsteilung ist eben, wenn einer das Geld verdient und die andere es ausgibt.




Viele US-Car-Treffen fuhren wir mit diesen Autos an und wir hatten immer grossen Spass.

Nachdem der Bronco das zeitliche segnete, der TüV reichte ihm die Scheidung ein, musste nun ein neues Fahrzeug her. Zu diesem Zeitpunkt stellte sich noch nicht die Frage, ob wir vielleicht mal irgendwann auswandern. So wurde ein Händler in Hollywood/Florida ausfindig gemacht, welcher mir für ein paar Dollar einen gut erhaltenen Pick Up Truck verkaufte.
Gute zwei Jahre sind wir nun mit diesem 7.3L. V8 starkem turboaufgeladenen Truck durch Europa gefahren und waren sogar damit in Västeraas/Schweden, auf einem der größten US-Car-Meetings der Welt.

Bislang hat uns der Pick-Up nie im Stich gelassen und auch unsere kleine Tochter Nathalie verbrachte bisweilen eine tolle Zeit in diesem Truck, während sie fast jeden Tag mit ihm zur Schule gefahren wurde. Welches Kind kann auch schon behaupten, sein Schulbus hätte einen V8 inside und Daddy oder Mom sind die Busfahrer.

Ein Fahrzeug mit so einer Geschichte sollte eine noch größere bekommen, und so war es auch.

Europa und seine Arbeitsplätze

Das ist im Moment ein ganz heisses Eisen. Für einen LKW-Fahrer wie mich Grund genug, mal über die Konsequenzen nachzudenken, die ein Weiterarbeiten bei solch desulaten Zuständen haben kann. Die Auswirkungen waren seit langer Zeit gravierend. Stellt man sich die Frage nach der Ernährung der Familie, kommen unweigerlich die Antworten seitens der Arbeitgeberschaft, das die wirtschaftliche Lage eine Lohnerhöhung nicht möglich macht und bla bla bla. Wenn ich ehrlich bin ist das auch garnichts neues. Das geht ja nun schon seit nun mehr 20 Jahren so. Dabei ist der Verdienst nicht gleich geblieben, sondern sogar weniger geworden. Gleichzeitig stieg auch der Stress auf der Strasse und der Umgangston mit anderen Verkehrsteilnehmern wurde um ein vielfaches rauher.

time to change

Nachdem auch meine letzte Anstellung in Dänemark daran scheiterte, einen gut bezahlten Job zu machen, machten sich Gedanken breit, Europa für immer den Rücken zu kehren und mal was ganz neues anzufangen.





Anfänglich suchten wir nach verschiedenen Möglichkeiten, in die USA zu gehen. Der 11 September 2001 machte uns das allerdings unmöglich. In Canada bot sich uns dann die Möglichkeit, zu guten Bedingungen ein neues Leben beginnen zu können.


Jetzt hiess es erstmal alle Informationsquellen ausschöpfen, die sich uns boten. Wir nutzten dazu das Internet sowie Info´s anderer Immigranten, welche bereits vor Ort waren. Es sollte schliesslich keine blauäugige Auswanderung werden, welche uns nach kurzer Zeit nach Deutschland zurückbefördern würde. Zu guter Letzt fanden wir wonach wir suchten und wandten uns an eine angesehen Kanzlei in Winnipeg, welche uns in unserer Immigration fachgerecht und gut vertrat und es noch immer tut. Das kostete uns zwar eine ganze Menge Geld, aber wie sagt man doch so schön: "Ohne Moos nix los."

Natürlich bakam ich auf diese Weise auch einen neuen Job, der mir in Form eines Arbeitsvertrages per Post zugestellt wurde. Die ganze Auswanderung sollte nicht einfach werden, aber sie war auf jeden Fall realisierbar. Nachdem die Regierung in Manitoba uns in das provincial nominee programm aufnahm, war mein Job als longhaul truckdriver sicher und auch meine Frau sollte ihre Arbeitsgenehmigung (WP) bekommen. Die canadische Botschaft in Berlin schickte uns die Empfehlungsschreiben für das Immigrationsbüro in Canada, welches uns die WP´s ausstellen würde.

Umzugsstress

Im März 2009 war es dann endlich soweit. Der Umzugscontainer war bestellt und die Möbel wurden entsprechend demontiert und verpackt. Auch der Pick Up Truck wurde abgemeldet und in den Container verladen. Der sollte trotz anfänglicher Überlegungen mit nach Manitoba.
Ein 40" Container war groß genug um alles mitzunehmen, was wir auch in Canada verwenden konnten. Die Küche, nebst Elektrogeräte fielen leider nicht darunter und mussten in Deutschland bleiben, da erstens in Canada eine andere Spannungsquelle vorhanden ist (110V.) und zweitens in den meisten Häusern die Küche schon zum festen Bestandteil der Wohnungen gehört.
Jedes Packstück musste mit einer laufenden Nummer versehen und mit Inhaltsangabe in englischer Sprache und Wert in canadischen Dollar gelistet werden. Der Container wurde dann am ersten März Wochenende vor unserer Haustür in Borgholzhausen verladen.




Dafür mal ein dickes Dankeschön an alle anwesenden Helfer.




Am Samstag Abend starteten wir noch eine Abschiedsparty mit Speis und Trank für alle anwesenden Gäste.


Zu denen zählten einige Familienmitglieder, sowie auch Freunde und Bekannte.


Den grössten Wert lege ich dabei auf meine Kumpels, welche das Hobby der US-Cars mit uns teilen.



Die würden niemals jemanden hängen lassen.

 




Als der Container verladen war, wurde noch ein filmreifes Foto von uns geschossen, am Dienstag ging es dann zum Flughafen und somit wurde ausgewandert.

Dazu mehr im nächsten Blogeintrag.

Hatte ich eigentlich den Eintrag über uns im Haller-Kreisblatt erwähnt ?
Hier könnt ihr das nachlesen.

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