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Freitag, 17. Dezember 2010

December Trips

Da ist man mal so richtig busy und gleich hagelt es reihenweise e mails von Freunden aus Deutschland und Oesterreich, die mich daran erinnern, mal wieder was in mein Blog einzustellen. Vielen Dank ganz speziell an Carsten, Dirk, Juergen, Tobi und Steve.
Der Winter hat uns hier fest im Griff und die Kaelte ist, um so weiter man in den Norden trucked, arktisch. Dieses Gefuehl hat man vor allem wenn man im Wind steht und einem bei jedem Atemzug die Nase einfriert.

Ich hab diese Erfahrung ja jetzt auch
mal machen duerfen und bin mit
einer
Ladung Rohre (drill pipes) auf dem Dry Van von Nebraska ueber
Winnipeg nach Yellowknife hoch gefahren. Die Ice Road war leider noch nicht fertig, schade eigentlich. Aber was solls, wenn die fertig ist
faengt die sowieso erst hinter der Stadt an. In Yellowknife hab ich auch entladen. Jetzt weiss ich auch wo der Schotte seinen Laden hat aber fast 20 bucks fuer eine kleine Combo halte ich fuer etwas uebertrieben. Den gleichen
Betrag kann man auch in USD zahlen wenn man moechte. Gleich nach der Entladung bin ich leer bis Innisfail, Alberta zum Laden runter gefahren.

Ich dachte mir bevor ich hier wieder die gesamte Leserschaft mit der Niederschrift eines langweiligen Trips nerve, liste ich mal kurz auf was ich diesen Monat so getan habe. Ich lese ja auch gerne die Blogs meiner Kollegen und so kam ich darauf mal eine Google Monatskarte einzustellen.

Ich beginne also den Monat, oder sagen wir mal, ich beende den November, mit dem Start in Calgary, Alberta nachdem ich dort 3 Tage auf eine Ladung wartete. Danach konnte ich mich vor lauter Arbeit nicht mehr retten.

Calgary, AB - Colorado Springs, CO
full Dry Van load.
Colorado Springs, CO - Norfolk, NE
empty

Norfolk - Winnipeg - Yellowknife, NT
full Dry Van load (drill pipes)

Yellowknife - Innisfail, AB
empty

Innisfail - Winnipeg, MB
full Dry Van load (Pet Food)

Winnipeg - Portage la Prairie, MB
empty

Portage - Chicago, IL
full Reefer load (fresh meat)

Chicago - Jefferson, WI
empty

Jefferson - Winnipeg, MB
full Reefer load (Pet Food)

Winnipeg - Richer, MB
empty

Richer - Knoxville, TN
full Dry Van load (peat moss)

Knoxville - Lousville, KY
empty

Louisville - Mississauga, ON
full Dry Van load (1 piece)

Mississauga - Winnipeg
full Dry Van load (general
Merchandise)

Winnipeg - Philadelphia, PA
full Dry Van load (Grain)

Ist doch auch Langweilig oder ?
Also doch lieber ein paar Bilder einstellen, vorrausgesetzt die bloede Cam funktioniert auch. Wird wohl bald Zeit fuer eine neue. Dann ist auch der Schnee wieder weiss und nicht blau, die Trucks fahren auf dem Highway und liegen nicht in der Ditch, und die
Trucker sitzen hinter dem Lenkrad
anstelle eines bellenden Vierbeiners.

Ob es wirklich an der Cam liegt ?
Aber mal ehrlich, geht euch das auch
so ? Immer gerade dann, wenn man das Teil braucht weil es mal was zu sehen gibt, sind entweder die Batterien leer oder die Speicherkarte ist voll. Dabei faellt mir immer auf was ich am Vortag so vergessen habe.


Neulich hat mich eine Freundin gefragt ob es in Canada auch Gluehwein gibt, klar gibt es den. Das war die Idee. Sonntags hab ich gleich eine Flasche im Superstore eingekauft und damit bei einer Bekannten in Winnipeg die Plasticbecher gefuellt. Ende des Abends: Flasche leer - Freundin voll. Leider bleibt mir nicht viel Zeit fuer solche privaten Fuseleien denn ich muss den Winter durch die Scheibe meines roten International Trucks betrachten. Dank einer gut funktionierenden Heizung brauche ich darin auch keinen Microwave Vino aus dem Superstore zum aufwaermen meiner Selbst.
Nun hab ich noch was vergessen, ich hab noch garnicht erwaehnt das ich schon wieder eine Rueckladung fuer Winnipeg auf dem Trailer habe.
Dispatch bekam Feuer vom Boss und sucht derweil schonmal eine Anschlussladung nach Florida fuer mich raus. Mal schauen ob es klappt, dann weiss ich aber wer sich in Orlando freut.

So das sollte erstmal reichen, jetzt wisst ihr alle das ich busy bin und mein Cat 24/7 durchgehend Diesel verbrennt ausgenommen Bordercrossings und Fuel Stops.
Google errechnet mir bis jetzt 21.000 gefahrene Kilometer. Ich komme laut Trip-Envelopes auf mehr, was aber auch am Citydriving und den addierten privaten Fahrten liegt. Guter Durchschnitt fuer einen Monat der noch nichtmal zu Ende ist.

Mittwoch, 29. April 2009

Road test passed

Pünktlich um 8 Uhr begann heute früh ein eigentlich ganz normaler Arbeitstag für mich. Naja, so normal war er dann ja auch wieder nicht, für heute war nämlich der Termin für meinen Road Test festgesetzt worden. Der Volvo war leider schon unterwegs, da ein anderes Team darin mehr Sitzplätze zur Verfügung hatte. Ich war aber nun der einzige, der heute zur Fahrprüfung angemeldet war und so musste dafür der verbeulte Freightshaker herhalten. Na was soll's, wenigstens haben wir ihn bei Bison vorher nochmal durch die Waschanlage gezogen, damit er nicht nur verbeult aussah, sondern auch einen sauberen Eindruck beim Prüfer hinterlies. Nach der Wäsche checkte ich das Fahrzeug nochmal, in dem ich einen Pre-trip und eine Airbrake-Inspection durchführte.
Klappte ja soweit alles echt gut und von Nervosität war auch zu diesem Zeitpunkt noch keine Spur. Also nochmal rein in die Kaffeebude und die Becher aufgefüllt, dann gings auch schon los auf die Piste.

Ich fuhr direkt auf den Perimeter-Highway und setzte den Tempomat auf annähernd 100 km/h, während ich noch mal darüber nachdachte, das ich ja eigentlich schon vor 21 Jahren das gleiche Spiel in Deutschland mitgemacht hatte. Nur war der Truck damals ein 2 Achser MAN ohne Anhänger, welcher wesentlich kürzer und mit 60 km/h auf den deutschen Landstraßen auch wesentlich langsamer war als der jetzt hier gerade.

Wir drehten noch ein paar Runden durch die Industriegebiete, in denen auch die Prüfer so gerne testen und begaben uns passend um 11:45 Uhr zum test center um endlich die Prüfung hinter mich zu bringen. Mein In-Cab-Instructor, ohne den ich in Canada ohne die bestandene Fahrprüfung garnicht erst fahren darf, begab sich in die Location auf der anderen Strassenseite, wo er sich erstmal den Bauch vollschlug um mir nachher einen vorzustöhnen, das es mal wieder viel zu viel war. Immerhin kann ich ihn verstehen, es schmeckt ja auch gut.

Als der Prüfer mir nach vollendeter Pre-Trip und Air Brake-Inspection ein "passed" mitteilte, liess er mich ein sauberes "backing" machen. Ich schob den Trailer langsam in der Box aus aufgestellten Pylonen und bestand auch diesen Teil des Tests so das er nun meine Fahrerei unter die Lupe nahm. Wir sind ein wenig Stadtverkehr und durch die Industriegebiete in der Nähe des Stadtteils gefahren, während er mich immer wieder Bahnübergänge und 4way Stopp Kreuzungen passieren liess. Den ein oder anderen Fehler hab ich schon gemacht aber ein paar Punktabzüge waren auch zulässig so das am Ende der Prüfung ein "PASS" auf dem Test angekreuzt wurde.

Im Office der Fahrschule musste ich noch den Class 1 unterschreiben und hab seitdem nun meine Licence für die großen Trucks in Nord-Amerika.

Mein In-Cab-Instructor fuhr den Truck zurück zu Bison, während ich es mir auf dem Beifahrersitz bequem machte.

Nach unserer Ankunft hinter dem Bison Warehouse, wo wir unseren Trailer stehen ließen, hielt auf einmal ein Truck vor uns, der mir doch echt bekannt vorkam. Als Fan guter Country-Music ist mir der Name Paul Brandt natürlich ein Begriff und spätestens nach dem Song Alberta Bound in meinem Gedächnis abgespeichert. Paul hat ja auch den Titelsong des Films Convoy neu aufgenommen und ein passendes Video dazu gemacht, siehe da: Da tauchte auch einer der Trucks wieder auf.

Tja, die Welt ist eben doch ein Dorf und dieser Tag hatte eben auch was Gutes, was nicht nur das Wetter angeht, denn den ganzen Tag hatte es sich trocken gehalten und erst am Abend begann es aus Kübeln zu giessen was das Zeug hielt.


Zum Ausklang des Tages fuhr ich mit meiner Family zum Superstore zum shopping und spendierte unserem "Blackbear" etwas Diesel. Leider schaltete die Zapfsäule bei $ 130,- automatisch ab aber ich hatte somit bereits 166 Liter im Tank. Nicht das der Diesel hier nur 77,9 cent (entspricht ca. 45 EUR-Cent) kostet, auf der Tankquittung wurden uns auch noch $ 12,24 für den Einkauf gutgeschrieben, was ca. 7,5 cent pro Liter entspricht. Mit einer Debitcard vom Superstore lässt sich das Guthaben pro getanktem Liter auf 15 cent erhöhen. Die werde ich mal als nächstes beantragen.

Morgen gehts um 8:00 Uhr zu Bison, wo ich dann mit meiner Orientation fortfahre. Es gibt noch viel Theorie zu lernen über das Trucking in Nord-Amerika.

Den Bisontrailer hat ein Fahrer von AYR abgelichtet. Fährt man dort so dicht auf ?
Ich werde natürlich auch weiter berichten, geht ja jetzt schließlich erst richtig los.

In diesem Sinne, ich wünsche allen Fahrern auf dieser Welt immer eine Schrott- und Ticketfreie Reise und haltet die Räder auf der Straße.