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Freitag, 1. April 2011

Auf den Spuren von Wyatt Earp und Randy Travis

 


Die Blues Brothers aus Chicago in Illinois berichteten ja bereits in Bob’s Country Bunker darüber, dass sie Country und Western spielen würden und so passt diese Geschichte ganz gut als Einstieg in die Erlebnisse des Amperebear und seiner Trips durch die Vereinigten Staaten von Amerika.

Der Westernheld Wyatt Earp lebte von 1848 bis 1929 und hatte im Laufe seines Lebens schon einiges des mittleren Westens gesehen. Unter anderem folgte er seinem Bruder in die Stadt Dodge City in Kansas, wo auch der Amperebear bereits im Jahr 2009 an den riesigen Rinderzuchtflächen vorbeigefahren war. Earp hing seinen Posten als Assistenz-Marshall von Dodge City 1879 an den Nagel und reiste dann nach Las Vegas in New Mexico bevor es noch im gleichen Jahr nach Tombstone in Arizona weiter ging.

In genau diesem Las Vegas bin ich über die Interstate gefahren als ich durch New Mexico rauf nach Kanada unterwegs war. Ich hatte ausführlich über diesen Trip berichtet, bei dem die unheimliche Begegnung mit der dritten Art in Roswell, New Mexico, für mich ausgeblieben war.

Eine andere Begegnung hatte ich auf einem Trip im August 2009, als ich in Henderson, Texas geladen hatte und gerade auf dem Weg nach Shreveport in Louisiana war, wo ich auf dem örtlichen Truckstop übernachten wollte. Auf dem Weg dorthin, ich erinnere mich noch genau, befand sich auf dem Texas Highway 43 vor der Sabine River Bridge zwischen Henderson und der Interstate 20 ein Pickup Truck mit einem Plattfuß auf linken Seite der Vorderachse in der Einfahrt zur Public Boat Ramp.

Der Fahrer stand mitten auf dem Highway mit seinem Telefon am Ohr und gestikulierte mit seinem anderen Arm wild in der Gegend herum. Ich hielt auf der Shoulder an und fragte ihn ob er Hilfe benötigt und sagte mir er habe einen Platten und würde das zu schätzen wissen, wenn ich ihm helfen könnte. Da er ein Reserverad und einen Wagenheber dabei hatte, war das keine große Sache. Ich holte einen passenden Steckschlüssel für die Lug-Nuts an seiner Felge aus dem Staufach meines Trucks und wechselte seinen Reifen. Der Typ erzählte mir davon, er habe erst im März eine neue Platte rausgebracht, die würde jetzt überall in den Countrysendern gespielt. Ich fragte ihn welche Platte er denn meine und er fing an zu singen:

 „There are Three wooden crosses on the right side of the highway 

  Why there's not four of them, Heaven only knows.“

Der Song war mir selbstverständlich bekannt aber ich konnte nicht glauben, dass ich jetzt hier im texanischen Nirgendwo Randy Travis vor mir hatte und an seinem Pickup einen Reifen wechselte. Er meinte nur, dass ich es ihm ruhig glauben könne und zeigte mir seine New Mexico Drivers Licence aus der sein Name Traywick hervorging, was sein echter Name ist. Ich fragte ihn was er denn hier im Süden von Texas tun würde was Randy mit dem Besuch von Freunden beantwortete.

Außer von seinen Countrysongs die ab und zu im Radio gespielt wurden, war mir Randy Travis auch aus dem Movie Black Dog bekannt. Er hatte 1995 in einer Szene dieses Films ebenfalls einen roten International Truck bewegt, was er mir gegenüber allerdings verneinte. Gefahren habe den Truck ein Stuntman und er sei lediglich in der nächsten Einstellung gefilmt worden, als der Truck bereits geparkt habe. 

Der Musiker begutachtete meinen Truck und zollte mir Respekt dafür, Amerika in Bewegung zu halten, er war allerdings auch dankbar für meine Entscheidung anzuhalten um ihm zu helfen, so konnte er schnell wieder weiterfahren.

Nachdem Randy’s Pickup wieder startklar war, zog er eine seiner Westerngitarren aus dem Fond seines Trucks, von denen er ganz offensichtlich mehrere dabei hatte und gab sie mir als Dankeschön für den „Good Job“ des Reifenwechsels und er betonte bezüglich meiner Hilfe mit seinem Plattfuß „Don’t tell anyone“, sag es nicht weiter. Ich nahm sein Geschenk dankend an und legte die Klampfe in meine Kabine, als Randy mir einen „Safe trip“ und „God bless“ wünschte. 

Dann fuhr er über die Brücke davon und auch ich setzte meine Fahrt nach Shreveport fort, wo ich auf dem Flying J Travel Center über die Bedeutung des Spruches, „Jeden Tag eine gute Tat“ erst mal eine Nacht drüber schlafen musste um dieses Ereignis zu verarbeiten.

Was haben aber nun Wyatt Earp und Randy Travis gemeinsam?

Beide sind waschechte Amerikaner und trugen bisweilen auch Cowboyhüte. Der klassische Hut des Cowboys hat gerade im mittleren Westen der USA eine große Tradition, die natürlich auch in der heutigen Country-Szene nicht fehlen darf. So hat Wyatt Earp in seiner Zeit als Gesetzesmann die bösen Buben gejagt, während Randy Travis im Zuge seiner Laufbahn so manches Mal Schlagzeilen damit machte, auf der anderen Seite zu stehen und dennoch haben beide dazu beigetragen in diesem Land in Erinnerung zu bleiben.

Das was Randy Travis in den USA, das ist wohl Gunter Gabriel in Deutschland und mittlerweile habe ich beide persönlich getroffen.

Gunter Gabriel ist einer der wenigen deutschen Countrysänger, der unter anderem mit seinen „30 Tonner Diesel“ einen Hit landete. Ich traf ihn Mitte der 1990er Jahre in einer Imbissbude in der an der Autobahn 2 gelegenen Stadt Beckum. In der Region hatte ich damals mit Sattelkippern und Zement-Silos das Material der regionalen Zementwerke transportiert und Gunter wohnte damals nicht weit von dort. Als ich auf einer meiner Touren von der Autobahn kommend in die Stadt Beckum hinein gefahren war, hielt ich rechts an der Straße an um in der rechts neben der Straße gelegenen Imbissbude eine Currywurst zu verdrücken. Ich stand gerade mit der Wurst und einem Kaffee an einem der Stehtische in dem Zelt des Imbisswagens als Gunter die Bude betrat und eine Bratwurst mit Pommes bestellte. Seine Aufmachung zog wahrscheinlich die Blicke der anderen Kunden auf sich, die bereits hinter vorgehaltener Hand über Gabriel tuschelten. Gunter drehte sich zu ihnen um und fragte nur kurz: „Is was?“, woraufhin aber kein Echo folgte. Er war bekleidet mit einer alten blauen Trainingshose mit seitlichen weißen Streifen und darüber gestülpten Cowboystiefeln und einem olivgrünen Bundeswehrparker. Als er sein Essen bekam gesellte er sich zu mir an den Tisch und wünschte mir einen guten Appetit, was ich ihm erwiderte.

So hatte auch Kollege Zufall mal wieder zugeschlagen und mir bewiesen, dass die Welt ein Dorf ist. Das habe ich sicherlich schon mindestens einmal im Blog erwähnt und es bestätigt sich immer wieder. Darum erhebe ich heute meine mit Haselnuss-Kaffee gefüllte große rote Coffee-Mug und stoße auf die drei an.

Zum Wohl Jungs, Cheers !

Dienstag, 1. März 2011

Rubber Duck`s Tracks and the Sunny Side of Life

Lange habe ich ueberlegt ob ich nicht mal wieder was aus meinem Privatleben schreiben soll, bin aber zu der Ueberzeugung gekommen das es doch eigentlich schon genuegend Informationen ueber mich im Internet gibt. Meine Ex-Frau und ihr staendig arbeitsloser Freund schreiben schon genug Unsinn ueber mich, was eigentlich nur zeigt, wie Sie ihr derzeitiges Leben doch ankotzen muss.
Mir jedenfalls geht es beruflich und auch privat sehr gut und ich geniesse das in vollen Zuegen.
Die Probleme anderer Leute lassen mich kalt, ich hatte schon selbst genug, aber auch Freunde und Kollegen raten mir staendig: "Lass Sie doch einfach labern." Das werde ich auch tun.
Als mein Truck nun drei Tage lang im Winnipeg Shop stand, fuer die Arbeiten haette wohl ein halber Tag ausgereicht, hatte ich etwas Zeit mich um ein paar private Dinge kuemmern zu koennen. Seit meine Frau sich mit mit ihrem Freund aus dem Staub machte, sie verkaufte auch illegalerweise meinen Pick up Truck und raeumte mein Haus leer, hatte ich keinen Privatwagen mehr und erledigte deshalb meine Privatfahrten mit meinem International oder griff auf einen Mietwagen zurueck. Auf Dauer kann das auch ganz schoen teuer werden, darum habe ich meinen Ford Dealer besucht und einen neuen Truck bestellt.
Als die canadischen Lachnummern unseres Shops meinen Truck endlich wieder ins Rennen schickten stand auch schon ein vorgeladener Trailer zur Abfahrt nach Phoenix/Arizona bereit. Also schnell meine Ladepapiere mit dem entsprechenden Barcodeaufkleber an den Broker gesendet und ab ging es auf den 3.270 km langen Trip nach Phoenix. Runter bis Kansas hatte ich Schnee und es schien kein Ende zu nehmen mit diesem Wetter. Ueber Dodge City fuhr ich southbound und crosste Oklahoma und Texas bis ich in New Mexico auf die Interstate 40 abbiegen konnte. New Mexico - I40, das erinnert doch irgendwie and Rubber Duck, die Gummiente mit seinem schwarzen Mack aus dem Movie Convoy.
In Albuquerque am Flying J legte ich eine Pause ein und liess mich von der netten Chinesin fuer 60 bucks mal so richtig durchkneten waehrend mein Truck im Shop ein paar neue Dichtungen bekam. In Winnipeg sind die Shop guys echt unfaehig !
Eigentlich hatte ich an diesem Tag noch Fahrzeit uebrig, war aber nach dem Massageprogramm so entspannt das ich einfach keinen Bock mehr auf Fahren hatte und wurde nach dieser kurzentschlossenen Planaenderung vom Betreiber des Shops und seiner Frau zusammen mit drei anderen Truckern zum hausgemachten chinesischen Essen eingeladen.
Am naechsten Tag ging es dann ganz entspannt weiter nach Arizona.
Wer zu langsam fuer die linke Spur ist, der schaltet seine Warnblinkanlage ein wegen Safety First.
Mein CAT zieht aber dank amerikanischer Diagnose und Einstellung auch im beladenen Zustand gut die Berge hoch womit ich einen Dieselmehrverbrauch durch Leistungssteigerung stoppe, da ich einen hoeheren Gang benutzen kann und schneller oben ankomme.

Ich liebe diese Weiten und das schoene Wetter des Suedens. Man kann diese Momente leider nicht auf Fotos festhalten und doch hat man den Eindruck dem Himmel ein Stueck naeher sein zu duerfen. Ein halbes Jahr lang Winter in Canada zu haben ist schon ganz schoen lange, da kommt so ein Trip in den Sueden natuerlich wie gerufen um wieder Sonne in das Herz zu lassen.
"Breaker One Nine - Smokey Bear in the middle - Cube`s locked up". "Ten Four - thank you Driver - have a safe one."
So oder so aehnlich kommen die Stimmen der Trucker aus dem Lautsprecher des CB Radios. Der Sherriff lauert auf dem Mittelstreifen des Highways waehrend die Wiegestation geschlossen hat. 10-4 (verstanden).
Wie war das doch gleich: Es gibt keine Stelle in der heiligen Schrift and der es heisst, du sollst nicht voll aufs Gas treten.
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Und wenn Bruder Rubber nur 65 fahren will, es stoert hier niemanden.
Freie Fahrt fuer freie Buerger, 75 mls sind erlaubt.
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Die Arizona Stateline auf der I40. Sehe ich hier etwa Schnee ???
Ich kann das weisse Zeug nicht mehr sehen, ab in den Sueden.
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Bei Haeuptling Geronimo und seinen Kumpels den Indianern aus dem Wigwam hat der Kriegstanz wohl das schlechte Wetter ferngehalten.
Touristen sorgen derweil fuer seinen Lebensunterhalt und der Laden brummt.
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Parallel zur I40 laufen auch noch Teile der legendaeren Route 66 an der Interstate vorbei. Bei sovielen touristischen Attraktionen krieg ich doch gleich doppelt gute Laune und die Arbeit macht doppelt soviel Spass.
Also rauf nach Flagstaff.
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Da oben auf dem Pass liegt natuerlich wieder Schnee, na immerhin sind die Strassen frei und das Wetter ist schoen. Der Fahrer des Greyhound Busses wird das nach seinem Break-Down wahrscheinlich anders sehen aber dank schneller Hilfe haengt der Bus schnell am Tow Truck.
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Blinker links und ab dafuer. Irgendwann muss der Schnee doch mal wieder weg sein.
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Phoenix, Arizona.
Welch Wetterveraenderung. Hier ist es Super warm und ich bin endlich im Sueden.
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Da brauch ich doch erstaml `nen coffee to go.
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Und weil es hier im Sueden so schoen ist und ihr so hungrig auf neue Truck Bilder seit, hab ich natuerlich auch welche fuer euch gemacht.
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"Nebraska Trucker"
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"Skateboard Tom"
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"Deutsch Trucking"
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schoener gruener Peterbilt, ob der Fahrer deutsch versteht ?
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Dieser Kenworth T2000 hat sicher schon seine Gebrauchspuren aber das Skelett erinnert mich doch stark eine unseren alten Freund Holger Menzel. Ja so koennte das enden wenn man immer ueber andere Leute Vorurteile faellt, die man selbst nicht kennt. Und Holger ist nun wirklich nicht in der Situation anderen Leuten ueberhaupt was vorzuwerfen denn wie nicht anders erwartet muss er wohl erstmal vor seiner eigenen Haustuer kehren welche noch nichtmal seine eigene ist. Ich hab jedenfalls zwei gute Banken die dank meiner guten Credithistory gerne die Finanzierung meines Hauses uebernahmen. Schoen bloed ist, wer da beim Abzocker Mike Schmuck betteln geht und dann nicht bezahlen kann. Was seit ihr doch fuer Pfeifen !
Also ich finde den T2000 trotz seiner Beulen schoen, ob mit Holgers Knochen oder ohne.

Montag, 4. Oktober 2010

Die blöde Kuh am Straßenrand / Roadside Cow

Jerry Reed als Cledus aka Snowman im Film
"Smokey and the Bandit"

"Breaker one nine, hey Bandit du glaubst gar nicht, was ich hier gerade gesehen habe. Da steht doch echt `ne dumme Kuh am Highway und wartet auf den Bus. Fred ist völlig fertig, wo kriegt der denn jetzt bloß seine Hamburger her wenn seine beste Freundin einfach abhauen will ?
Bye Bye Baby."
Eine Kuh steht am Straßenrand

So ähnlich könnte sich das beim Snowman aus dem Movie Smokey and the Bandit angehört haben als ich eastbound auf dem Trans Canada Highway unterwegs war, wo diese blöde Kuh an der Strasse stand. Und es sah wirklich so aus als würde sie auf etwas warten. Erwartungsvoll den Blick richtung der sich nähernden Trucks und Autos gerichtet blieb sie dort dicht am Highway stehen und konfiuste die Autofahrer. Manchmal fragt man sich, was in den Tieren vorgeht. Wissen die vielleicht, dass sie irgendwann als Hamburger enden ? Via CB-Radio hab ich dann gleich die Warnung an die Westbound Trucker durchgegeben: "Slowdown, Cow at the roadside !" Man kann ja nie wissen, vielleicht war diese Kuh suicide gefährdet, weil in ihrem Leben einfach alles schief läuft. Das kann schon mal gefährlich werden und Fred bellt wieder.

Canadian Pacific Railways am Trans Canada Highway

Hier spult auch der Canadian Pacific seine Meilen ab. Da bin ich schon wieder westbound auf dem Highway 16 unterwegs nach Edmonton in Alberta.
 
Container aus China

China als Marktführer der Billigprodukte ? Canada profitiert davon gewaltig, der Verbraucher kauft was das Zeug hält und weil das so billig ist muss es auch gar nicht lange halten. Dann wird eben wieder was neues gekauft.
Ich erinnere mich noch gut wie mal ein deutscher darüber fluchte, dass hier die Unterhaltungselektronik nichts taugt weil alles aus China kommt. Nun ist es mit der Professionalität der Kanadier aber nicht so wie man meinen könnte. Hier ist es schwer mal auf einen besseren Weg hinzuweisen. Warum sollte sich in Canada auch was ändern ? Das ist zum ersten mit Arbeit verbunden und zum zweiten war ja alles schon immer so wie es ist, das ist gut und muss man auch nicht ändern. Blogger Kollege Totti hat das kürzlich ganz treffend formuliert. Die werden sich eben nie ändern. Das ist auch der Grund dafür, dass wir hier mit Trommelbremsen fahren, Dispatcher nicht wissen wann ihre Trucks zu welchem Kunden losgefahren sind oder eben in den Shops schlampig gearbeitet wird.
Saubere Sache

Ich halte meine Unit gerne sauber und wasche den Truck auch selbst. Das Auspuff Schutzgitter war zwar schon etwas verbeult aber es war vorhanden und sauber. Nun ging der Truck in den Shop, die halbjährliche Safety Inspection war fällig. Da haben die Knallköpfe nichts besseres zu tun, als das Schutzgitter mit der Begründung zu entfernen, ‎"da fehlte eine Schraube". Auf meine Frage warum denn nicht die Schraube ersetzt wurde antwortete der Meisterschrauber:"Eure Firma zahlt nicht für die Schraube". Ah und der Fahrer darf sich deshalb gerne das Fell verbrennen wenn er beim Pre-Trip versehentlich den Auspufftopf anfasst.

Tire Shop - Reifen Service

Im Tire Shop dann der nächste Hammer. Neue Reifen auf die Vorderachse, kein Problem. Bekam ich so wie ich sie orderte und gewuchtet wurden sie auch. Aber hey, die Vorderachse sollte doch vermessen werden weil einer der alten Reifen ungleichmäßig ablief. ‎"Och nee, das ist uns viel zu viel Arbeit, außerdem sind deine Reifen ja jetzt neu". Aha !
Rosedale Turnpike Truck

 Das Gesamt Gewicht für die Turnpike Trucks steht ja nun auf den Trucks drauf. Sieht gut aus und macht was her, vor allem, wenn der Truck Bobtail unterwegs ist. Beim Transport gefährlicher Güter ist das ja andersrum. Die Placards gibt es nur auf dem Trailer, der Tractor transportiert ja nichts deshalb muss auch vorne am Truck kein Placard dran sein. Aha ! Wie war das doch noch gleich mit Safety ? Sinnlos ! 
Welcher Meister ? Jägermeister !

Ich will ja auch gar nichts ändern. In Winnipeg sprach ich mit einem selbstständigen Kanadier über Europa und es stellte sich heraus, dass er davon überzeugt war, dass alle Fahrzeuge in Europa links fahren und das Lenkrad rechts haben. Aha !
Also am Jägermeister liegt das nicht.

Billboard am Trans Canada Highway

Wohin gehst du ?
Himmel oder Hölle ?
So mancher Mensch sollte sich diese Frage schon mal stellen.
Entladen im US-Bundesstaat Kansas

Nun bin ich gerade in Kansas und habe meine Ladung geliefert. Es macht schon Spaß, wenn der blöde Immigrant den Trailer im ersten Versuch über den rechten Spiegel (blindside backing) an die Rampe schiebt, was sogar noch bei der Lager-Fachkraft aus Mexico Anerkennung findet.
 
Kuh aus Plastik

Noch so eine blöde Kuh. Diese ist aber relativ ungefährlich. Und da sie niemals als Hamburger endet wird Fred sie auch nicht fressen wollen. Der pisst ihr allenfalls ans Bein.

Mittwoch, 15. September 2010

American Sunset / the freak weather

Als ich in Kansas auf der I70 westbound richtung Colorado unterwegs war erfreute ich mich des schoenen Sonnenuntergang nach einem genauso schoenen Tag.
Ich wusste noch nicht was mich hinter diesem super tollen Sunset erwartete.
Vor Grainfield bin ich noch auf die Rest Area raus und wunderte mich ueber den zunehmenden Wind. Zurueck auf der Interstate 70 ahnte ich dann was da auf mich zu kam. Tausend Blitze erhellten den Himmel und einige schlugen in die Erde ein. Ab jetzt saugte ich die updates des National Weather Service auf, welche nun in immer kuerzeren Abstaenden im Radio gesendet wurden. Dann hagelte es Golfball grosse Eisbrocken.

Der National Weather Service meldete einen Tornado ungefaehr 6 miles suedlich von mir in Winona County mit staendig wechselnder Richtung. Das dumme an einem Tornado in der Nacht ist das man ihn fast nicht erkennen kann. Als der Hagel runter kam stoppte ich auf der Interstate und konnte froh sein das nicht mehr beschaedigt war als nur die Scheibe und ein Scheinwerfer. Als der Hagel nachliess entfernte ich mich so schnell es ging aus dieser Region. In Colorado wurde das Wetter besser aber die den Himmel erhellenden Blitze konnte ich noch im fast 200km entfernten Limon Colorado auf dem Truckstop sehen.
Abenteuerlich sind auch immer wieder meine neu entdeckten shortcuts durch das Outback von Wyoming welche bei Sonnenschein aber sehr reizvoll sind.
Nach Regen, Hagel und Sturm wird es Zeit fuer etwas Sonnenschein. Der naechste Winter steht schliesslich schon quasi vor der Haustuer.
Ich crosste dann die Stateline nach Montana und ab gings im Tiefflug nach Calgary, Alberta.





Sonntag, 9. August 2009

Bilder aus den USA

Meine letzte Tour ging also von Texas leer nach Oklahoma zur Ladestelle.
Mit dieser Fracht ging es 3.057 km durch Oklahoma, Kansas, Denver in Colorado, Wyoming ueber Montana nach Calgary in Alberta.
Man soll nicht glauben, wen oder was man in den USA alles trifft.

Toby Keith on tour !
Thunderstorm im US Bundesstaat Montana

Auch Wyoming ist echt schoen.

Unter der Wolke wurde es ploetzlich heftig windig und in der Radiowarnung wurde die Bevoelkerung aufgefordert, sich in der kommenden Nacht in sicheren Shelfs aufzuhalten und sich von Fenstern fernzuhalten.

Solange der oben bleibt geht's ja noch.

 
Cowboy und Indianer-Land

Holzkopf-Cowboy auf hölzernem Pferd

Aber 'ne gute Idee, da schaut jeder hoch. Es könnte ja John Wayne sein . . .

Samstag, 30. Mai 2009

Von Kansas über´s Regenbogenland

Hi Folks,

heute will ich mal über meine letzte Tour nach Kansas berichten, das ist einer der Bundesstaaten, welcher mittendrin im Land der "Stars and Stripes", oder auch "unbegrenzten Möglichkeiten" liegt. Der Truck für diesen Trip sollte ein Volvo sein und ich war angenehm überrascht, das es sich um ein noch einigermassen neues weisses Modell handelte, welches vorher in der canadischen Provinz British Columbia lief und auf die Unit No. 37011 hört.
Nach einer ausgibigen Pre-Trip-Vehicle-Inspection (PTVI) stellte sich herraus, das der Volvo doch zunächst einen Besuch im Shop nötig hatte, um die von mir festgestellten Mängel beheben zu lassen. Für meinen ebenfalls deutschen In-Cab-Trainer Frank Flasche und mich hiess das nun Kaffeepause bis der Truck fertig war. Das auf dem Lager vorhandene Ersatzteil war dann innerhalb von 2h, endlich, in den Truck eingebaut worden und wir konnten unseren Trailer, beladen mit Papierrollen, aufnehmen und auf der Waage des Bison-Yards nochmal unsere Achslasten checken.
In den USA darf das Gesamtgewicht bei 5 Achsen Semi-Trucks von 80.000 lbs (36.288 kg) nicht überschritten werden, jedoch mussten wir die Trailerachsen um einige Löcher nach vorne sliden um nicht auf den drives zu schwer zu sein. Trailer- und Tractordrive axles dürfen jeweils 34000 lbs (15.422 kg) nicht überschreiten und die Lenkachse des Tractors darf nicht schwerer als 12000 lbs (5.443 kg) sein.
In Canada sieht das anders aus, da ist bei 5 Achsen ein Gesamtgewicht von 87000 lbs (39.500 kg) erlaubt. Trailer und Drives dürfen hier jeweils 37480 lbs (17.000 kg) schwer sein und die Steering Axle nicht mehr als 12125 lbs (5.500 kg).
Das war auch der Grund, das der Fahrer, welcher unseren Trailer in Canada geladen hatte, mit legalem Gewicht unterwegs war, während wir erst unsere Achsen vom Trailer verschieben mussten um in der USA das passende Gewicht zu haben.

Die Ladung ging nach Liberal, Kansas, was ganz im Süden dieses Bundesstaates liegt und von Winnipeg knapp 2.000 km enfernt ist.

Da wir am Montag erst gegen 16:00 Uhr Winnipeg verlassen konnten, fuhr ich nur noch bis Watertown, wo wir auf dem Truckstop eine vorgeschriebene 10 h Ruhepause machten. Am Dienstag legten wir auch nur gut 800 km zurück und nächtigten neben der Interstate auf dem Gelände der Truckstopkette Travelcenter America in Beto, KS.
http://www.tatravelcenters.com/

Mittwoch um 16:00 erreichten wir planmässig unser Live-Unload (LUL) Ziel beim Kunden in Liberal, KS. Die Mitarbeiter der Firma machten sich umgehend an die Arbeit und entluden den Trailer. Liegend verladene Papierrollen waren mit genagelten Holzkeilen gesichert und oben aufgestapelte Rollen wurden um die unten liegenden Rollen gegurtet, so das die Ladung nicht in Bewegung geraten konnte.
Die Holzkeile wurden also entfernt und jede einzelne Rolle auf die Gabel des Staplers gerollt, welcher die Dinger dann in die Halle der Firma fuhr.
Da wir noch keine feste Anschlussladung hatten, bekamen wir zunächst die Order, nach Salina, KS, zu fahren um dort auf neue Instruktionen zu warten. Meine zulässige Fahrzeit reichte aber nicht mehr bis dorthin und wir beschlossen in Great Bend, KS, auf dem Parkplatz eines Wal-Mart Supercenters zu nächtigen, doch nicht ohne vorher ein angrezendes Restaurant aufgesucht zu haben, in dem wir noch etwas für das laibliche Wohl zu uns nahmen.
Am Morgen des naechsten Tages packte den Trainer Frank Flasche eine geistige Umnachtung welche in Form eines Wutanfalles endete. Er meinte also ich wuerde ihm nicht richtig zuhoeren koennen und nahm ab hier das Steuer selbst in die Hand. Welch ausgefallene Unterichtspraktiken kommen denn nun hier zur Anwendung, dachte ich, und nahm auf dem Beifahrersitz Platz.
Um 10:45 Uhr schlugen wir dann auf einem Truckstop in Salina an der I-70 auf, an dem wir erstmal die Luft aus unseren Kaffeebechern liessen. Der Trainer Frank Flasche war inzwischen im Waschraum verschwunden während ich meinen Kaffee bezahlen wollte, jedoch blockte meine Visa Karte, was ja schon mal vorkommen kann, doch dummerweise hatte ich das Bargeld im Truck liegen lassen und der Schlüssel befand sich gerade mit meiner Trainerflasche im Waschraum. So was dummes dachte ich, der Kaffee war ja bereits in meiner Tasse. Die nette Kassiererin wusste aber sofort zu handeln und nahm die 65 Cent aus ihrer eigenen Geldbörse, legte diese in die Kasse und wünschte mir einen schönen Tag. So etwas hatte ich in Deutschland noch nie erlebt, wie kam die Frau an der Kasse nur dazu ? Ich also raus zum Truck und auf meinen Trainer gewartet. Als der den Truck aufschloss holte ich mein US-Money und ging zurück in den Truckstop. Ich drückte ihr einen Dollar in die Hand und bedankte mich noch mal, wollte aber dennoch wissen warum sie so handelte. Sie sagte eine Frau der Kirche müsse sowas tun, würde aber diesen Dollar gerne an jemand anderen weitergeben, wenn es sein müsste. Das nenne ich dann mal echt LOYAL !
Inzwischen bekamen wir dann auch unsere Ladeadresse via Sateliten-System übermittelt und fuhren sofort dorthin, um eine Ladung Autobatterien für Ontario zu übernehmen. Geplant war jetzt, auf einen Kollegen zu warten, welcher in Texas für Calgary, AB, geladen hatte. Auf dem Parkplatz unseres Live-Loads (LLD) switchten wir um 18:00 Uhr den Trailer mit dem Kollegen von Bison aus Missisauga. Der konnte nun mit unserer Ladung nach Hause fahren und wir nahmen die Ladung für Alberta mit nach Winnipeg.
Über den Highway 81 wählten wir die direkte Route durch Nebraska. Da es für Columbus eine weiträumige Umleitung gab, fuhren wir westlich um die Stadt herum und uns gingen in dem kleinen Nest Monroe, NE, die Stunden aus. Also wieder Pause und ab ins Bett.

Der Wecker tönte uns sanft aus dem Schlaf und wir bekamen unseren Kaffee in der einzigen Tankstelle des Örtchen Monroe an der wir parkten. Hier trafen sich scheinbar jeden Morgen die Hälfte der Bürger zu Kaffee und Donuts und jeder kannte hier jeden. Um 9:00 Uhr dann eine ausführliche PTVI gemacht und weiter ging die Reise über die 81. Während wir über den Missouri River fuhren, überschritten wir gleichzeitig die Staatsgrenze nach South Dakota durch die Stadt Yangton. Wir blieben auf der 81 bis wir auf die Interstate 90 (eastbound) abbogen. In Sioux Falls brauchten wir dann nur noch auf die I 29 wechseln, welche uns (northbound) nach Winnipeg zurückbrachte, jedoch nicht ohne vorher auf dem Flying J in Sioux Falls zu duschen und gut erfrischt eine Mahlzeit einzunehmen. Nach dem Essen dann noch einen "coffee to go" und ab gings richtung Norden.
Zwischenzeitlich malten seltsame Wolkenformationen die komischsten Gemälde in den Himmel und auch kleine Thunderstorms kreutzten unseren Weg. Auf dem Flying J In Fargo, North Dakota, also nochmal schnell die Kaffeetasse nachgefüllt und wie bestellt verzog sich das schlechte Wetter in Richtung Osten, während uns die Sonne im Westen schon wieder mächtig einheizte und einen grossen Regenbogen an die östliche Himmelsleinwand über North Dakota projezierte, an dem wir nun vorbei fuhren um 3 Stunden später die Border in Emerson, MB, zu erreichen. Unser PARS für den Grenzübergang war inzwischen "good to go" ohne das wir nicht über die Grenze nach Canada fahren konnten. Unser Dispatch gab uns jedoch unterwegs über Satellite grünes Licht, der Broker hatte also alles erledigt und wir konnten unsere Bill of Lading an der Grenze vorzeigen. Die Mitarbeiterin des canadischen Zolls überprüfte unsere ID´s und die PARS-number, stellte ihre obligatorischen Fragen, wo geladen, wie lange in USA, wo wir wohnen und ob wir irgendwas im Fahrzeug hätten. Wir hatten das Bordercrossing in 2 Minuten hinter uns und fuhren in die Dämmerung nach Winnipeg, wo wir um 23:30 (W´peg time) den Trailer auf den Post-Trip-Yard abstellten, unseren Post-Trip machten und den Truck dann auf dem Bison-Yard parkten. Alles in allem hatte ich mal wieder eine schöne Woche, Kaffetasse und Flasche leer, sollte das nun der Anfang vom Ende sein ?